BERND KISTENMACHER am SOUNDTAG 31/08/14 13.00 – 17.00

Es ist bereits über 30 Jahre her, als Bernd Kistenmacher beschloss, Musik mit Synthesizern und Keyboards zu machen. Die Weichen dafür wurden dem in Berlin geborenen allerdings schon viele Jahre vorher gestellt. Sein Vater brachte ihm im Alter von 8 Jahren das Klavierspiel bei.

bernd-kistenmacher-03Und später, Anfang der siebziger Jahre, öffneten Bands wie Kraftwerk, Pink Floyd oder Tangerine Dream seine Ohren für neue Klänge. Die Liebe zu elektronischen Klängen war ihm somit unauslöschlich in die Seele gebrannt. Richtig zu lodern sollte sein Seelenfeuer aber erst, als er Mitte der siebziger Jahre mit der Musik von Klaus Schulze in Berührung kam. Das war die Musik, die auch er machen wollte. „Berliner Schule“ nannte man diesen Stil damals. In den darauffolgenden Jahren wandelte sich Bernd Kistenmacher vom Fan zum Macher. 1982 begann er zunächst mit selbstgebauten Synthesizer Modulen zu experimentieren; begann dann aber recht zügig mit professionellen Synthesizern zu arbeiten.

Erste Veröffentlichungen auf Musikkassetten und erste Auftritte folgten. Zu seinem ersten Album „Head-Visions (1986) bemerkte ein australischer Fan „Head-Visions – The best album Klaus Schulze never did“. Ein Jahr später wurde Bernd Kistenmacher von den Hörern von Winfrid Trenkler‘s Kultsendung „Schwingungen“ zum „Newcomer des Jahres“ gewählt. Höhepunkt seiner Konzert-Karriere war sicherlich sein Auftritt 1989 in Dresden vor 7000 Leuten auf einem Festival, bei dem Klaus Schulze der Hauptact gewesen ist. Das Festival war ein großer Erfolg und Bernd Kistenmacher wird auch heute noch von einigen Fans darauf angesprochen. In all den Jahren hat Bernd Kistenmacher aber auch mit anderen Musikern sowohl Live, als auch im Studio zusammengearbeitet.

Der Schlagzeuger Harald Grosskopf gehört genauso dazu, wie der Gitarrist Günter Schickert, mit dem er das „The Echomen“ Projekt aus der Taufe gehoben hatte. Mit dem Erfolg von Kistenmacher erwachte Anfang der Neunziger auch wieder das Interesse an elektronischer Musik überhaupt und an Künstlern800px-Bernd_Kistenmacher_at_La_Boule_Noir_in_Paris in seinem Umfeld, die ähnliche Musik machten. So lag es nahe, eine eigene Plattenfirma zu gründen. „Timeless Sounds“ wurde 1988 geboren, musste aber später aus rechtlichen Gründen in „Musique Intemporelle“ umbenannt werden und existiert seit 2003 unter dem Namen „MIRecords“. Im Gegensatz zu den Altmeistern der Elektronik, die sich damals musikalisch in andere Richtungen entwickelten, war Kistenmacher mit seinem Label nahe am „Berliner Schule“ Zeitgeist, was ihm über die Jahre reichlich Achtung, aber nur geringen kommerziellen Erfolg einbrachte.

Bernd Kistenmacher veröffentlichte im November 2013 sein 25stes Solo-Album „UTOPIA“, dass auf den Ideen des gleichnamigen Romans des Engländers Thomas More basiert und das beim Niederländischen Label „Groove Unlimited“ erschienen ist.

Derzeit arbeitet Bernd an “Let It Out! Next Level” als Vorbereitung für den Electronic Circus und die Planetariumskonzerte. Außerdem wird es bis zum 04. Oktober eine überarbeitete Version von Head-Visions als CD-Release und ein Remaster des “Let It Out Albums” als Vinyl geben.

Wir senden unter Anderen einen seltenen Livemitschnitt des Record Release Konzerts “UTOPIA” vom 16.11.13 im Planetarium am Insulaner in Berlin.

Weblinks:

Bernd Kistenmacher Website

Bernd Kistenmacher Blog